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2013/09 – Malerweg

Die Auswahl des Malerweges für meine kleine Septemberwanderung fiel wahrlich nicht schwer, zählt er doch offenkundig zu den schönsten Wanderwegen, die Deutschland zu bieten hat. Informationen holte ich mir vorab von der offiziellen Tourismusseite:

http://www.saechsische-schweiz.de/malerweg.html

Dort erhält man alle notwendigen Informationen und mit dem Download der Broschüre kann man sich auch weiteres Kartenmaterial sparen, will man nur wie ich dem ausgeschilderten Malerweg folgen. Die Unterkünfte wurden vorab ausgesucht und gebucht, was sich auch empfiehlt, da ich selbst vorab wegen Ausbuchung nicht immer meine Wunschunterkunft bekommen habe.

Die Anreise erfolgte entspannt zum Sparpreis mit der Bahn bis Dresden, dann mit der S-Bahn Richtung Pirna und weiter mit dem Bus bis zum Liebethaler Grund, dem Ausgangspunkt der Tour. In der Download-Broschüre war alles prima erklärt und korrekt. Unterwegs war ich mit meinem 60+10l Rucksack ohne Zelt, Kocher, Iso und Schlafsack, also ganz entspannt.

So, dann kann die Reise ja beginnen!

Etappe 1 – Von Liebethal bis Stadt Wehlen – ca. 4 Stunden, 11,5km, 135hm

Soeben aus dem Bus gefallen, beginnt auch schon die Wanderung am Rand der Wesenitz entlang. Es ist erstaunlich, wie schnell man sich in der Natur wiederfindet. Die Luft ist feucht, der Weg matschig und die Wände steil. Alles grünt um einen herum und nur das Plätschern des Baches durchdringt die Stille. Die Szenerie nimmt mich sofort gefangen. Kaum ist man losgelaufen, erreicht man auch alsbald das Richard-Wagner-Denkmal, die Lochmühle und die Daubemühle.

Durch einen Erdrutsch war der originäre Weg versperrt, so dass ich mich nach einem kurzen Uferwechsel vermanövrierte und der Wesenitz durch Lohmen folgte, u.a. vorbei an einem Sandsteinbruch. Ein Hinweisschild warnte noch vor Sprengungen in diesem Bereich also lieber flugs weiter. In Lohmen folgte ich der Hauptstraße und querte dann wieder den Malerweg, der hinein in den Uttewalder Grund führte. Wieder begleitete mich nichts außer Stille. Nachdem das Felsentor durchschritten war, erreichte ich auch bald die Stadt Wehlen und bezog ein Einzelzimmer in der Pension „Am Nationalpark“. Sehr freundliches Haus und sehr empfehlenswert. Ich trank noch hier und da ein paar Bier und aß ein Bauernfrühstück, dann war es das für heute.

Etappe 2 – Von Stadt Wehlen bis Hohnstein – ca. 5 Stunden, 13,2km, 632hm

Gestärkt vom Frühstück ging es unweit meiner Unterkunft wieder steil den Malerweg bergauf. Das ist ebenso anstrengend wie schön, entschädigt doch die folgende Aussicht für die Aufstiegsstrapazen. Oben angekommen, ging es plan Richtung Basteibrücke. Die Wanderer werden zahlreicher und ehe man sich versieht, hat einen die Zivilisation wieder eingeholt. Mit Bussen werden die Touristen den Berg hochgekarrt. Das hat mich so verwirrt, da brauchte ich erstmal ein Köstritzer. Auf der Bastei hab ich keine Zeit verloren, es war recht voll und dem Gedränge wollte ich wieder entfliehen.

Unzählige Stufen führten hinunter in den Amselgrund und ich war froh, als ich endlich unten angekommen war. Mir entgegen kamen zahlreiche, betuchte und schnaufende Wanderer, die ich sehr bedauerte, wusste ich doch, welcher Aufstieg ihnen noch bevor stand. Den Amselfall und Amselsee hab ich links liegen gelassen, stattdessen habe ich mich mit einem Bier gestärkt und bin direkt weiter nach Rathewalde gelaufen. Dort angekommen folgte ich den Ausschilderungen Richtung Hohnstein. Auf dem Weg dorthin ging es durch das schöne Polenztal, wo meine Unterkunft für heute mitten im Nirgendwo gelegen war – Pension und Gasthaus Polenztal; auch zu empfehlen.

Nachdem es die Stufen zum Tal bergab ging, wanderte ich den Weg nach Hohnstein wieder hinauf, vorbei an zahlreichen Steinmännchen. Unterwegs traf ich auf eine Gruppe von 4 befreundeten Wanderern, bei denen ich einen Gipfelschluck abstauben konnte. Die Sonne kam nun strahlend hervor, so dass ich im Weißen Hirsch Soljanka und Bier im Freien genießen konnte. Nach einem kurzen Abstecher durch den Ort besichtigte ich noch die Burg Hohnstein, ehe ich wieder ins Polenztal zu meiner Pension hinabstieg. Dort genehmigte ich mir noch Würzfleisch und Wildgulasch und dann war der Tag auch wieder passé.

Etappe 3 – Von Hohnstein bis Altendorf – ca. 5 Stunden, 11,7km, 412hm

Gleich am Anfang der 3. Etappe wartet die imposante Gautschgrotte darauf besichtigt und bestiegen zu werden. Hier hätte man auch ganz gut die Nacht im Schlafsack verbringen können, dachte ich so bei mir. Weiter ging es Richtung Brandbaude, was eigentlich meine erste Wahl zur Übernachtung gewesen war – leider bereits ausgebucht. Ich genoss dort zumindest die Aussicht und ein Köstritzer. Es folgten wieder unzählige Stufen ins Polenztal hinab, nur um 5 Minuten später, nachdem man kurz auf der Straße unterwegs war, unzählige schweißtreibende Stufen erneut hinauf zu latschen. Danach brauchte ich erstmal ne Zigarette. Ich folgte dem Weg, der hier und da wunderbare Aussichten über das Tal hergab, in tiefer Zufriedenheit.

Leider regnete es die ganze Zeit, aber meine Regenjacke und mein Rucksackschutz hielten dicht. Dennoch war meine Fjällräven-Hose pitschnass und die wenigen Pausen ob des Wetters machten sich so langsam bemerkbar. Ich hatte nun kein Bock mehr noch weiter zu gehen, aber es nützte ja nix. Meine Unterkunft in Mittelndorf sollte eine Sauna haben, das muss als Motivation reichen. Im strömenden Regen verlief der Weg unbefestigte Weg an einer Bahnstrecke entlang, ehe er sich wieder einen Berg hochwindete. Von da an war Altendorf, das eigentliche Etappenziel, erreicht. Im Dorfladen beim Gasthaus „Heiterer Blick“ erwarb ich noch ein paar Hopfenkaltschalen und folgte dem schlecht bis garnicht ausgeschilderten Panoramaweg Richtung Mittelndorf, wo mein Apartment „Am Weinberghaus“ auf mich wartete (bitte nicht verwechseln mit der Pension „Am Weinberg“). Von nun an wurde es gemütlich. Der nassen Klamotten entledigt, wurde schön heiß geduscht. Danach zur kulinarischen Stärkung via Bus wieder zum Gasthaus „Heiterer Blick“ und zurück. Dann ab in die Sauna und restlos entspannen. Zu guter letzt wurden die Biere vernichtet und Championsleague geschaut. Ein famoses Ende für den anstrengenden Tag. Famos ist übrigens auch der Blick vom Balkon, den ich des Öfteren bei einer Zigarette genoss.

Am nächsten Tag machte ich mich schweren Herzens auf den Rückweg. Ich wäre gerne noch die nächsten 1 bis 2 Etappen durch das Kirnitzschtal gegangen, aber wie so oft fehlt die Zeit im Leben. Aber ich komme wieder.

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2013/09 – Rundwanderweg Ilsenburg

Blochauer – Ilsestein – Plessenburg – Ilsetal, ca. 11km

Ein spontaner, samstäglicher Familienausflug in den Harz sollte es werden. Nach kurzer Internet-Recherche bin ich hier fündig geworden. Nach der Ankunft in Ilsenburg bei leichtem Regen, ging es nach Überqueren der Ilse den Berg etwas steiler nach oben. Der Kreislauf wurde schonmal in Gang gesetzt. Vorbei an der ersten Schutzhütte, geht es weiter Richtung Ilsestein. Am Wegesrand verkroch sich ein Feuersalamander, die reifen Brombeeren schmeckten und allerlei Pilze säumten den Pfad.

 Dann und wann kamen uns auch immer mal ein paar Wanderer entgegen. Auf dem Ilsestein angekommen, bot sich uns eine fantastische Aussicht über das Ilsetal hinweg zum Brocken und auf die Stadt Ilsenburg. Das Gipfelkreuz musste natürlich auch erklommen werden. Am Fuße des Ilsesteins befindet sich eine kleine Kneipe, die geschlossen hatte. Mein Opa eröffnete mir später, dass er dort früher zu Lehrlingszeiten immer ordentlich gebechert hat. So macht Geschichtsunterricht Spaß.

 Der Heinrich-Heine-Weg führt ebenfalls von Ilsenburg zum Ilsestein und weiter zu den Ilsefällen. Wir sind vorher abgebogen und über die Paternosterklippen zur Gaststätte Plessenburg gelangt. Nach einer kurzen Rast und Stärkung, ging es ins Ilsetal. Wir folgten dem rauschenden Bach bis zu unserem Ausgangspunkt und unsere gemütliche Tour fand ihr Ende.

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2013 – Juli – Dalsland, Südschweden – 6. Tag

Mein Vater holzt den Regenwald dermaßen ab, dass ich mich genötigt sehe, reißaus zu nehmen, um 4 Uhr morgens aufzustehen und mein Buch am Lager zu lesen. Leider ist es noch recht kühl und ich immernoch müde und so tapere ich nach einer halben Stunde nun doch wieder ins Zelt und finde noch Schlaf. Wachgerufen durch reges Umtreiben und Gehacke, kuschele ich mich tief in meinen Schlafsack und beschließe, zumindest für den Morgen, faul zu sein. Nach dem notgedrungenen Aufstehen und frisch machen, setzte ich mich an den fertigen Frühstückstisch. Das Brot ist über 1 Jahr haltbar und so schmeckt es auch. Kurz schief von der Seite angeguckt und es zerbröselt. Ein Hoch auf das Toasten. Aber ehrlich, so langsam freu ich mich auf anständiges Frühstück mit Brötchen, Ei und allem, was sonst noch dazu gehört. Egal, genug gejammert.

Wieder in die Kanus gehüpft, ging es in den Flöte-Fjord. Zumindest haben wir ihn so genannt, aufgrund seines länglichen und engen Erscheinungsbildes. Das Wetter wurde wieder etwas besser und so konnten wir, gut erholt durch den gestrigen Tag, Strecke machen. Das Wasser war durch die schmale Flucht sehr seicht und kräfteschonend. Das Paddeln macht hier richtig Spaß und das merkt man der ganzen Truppe an. À propos, meine Truppe ist mir echt ans Herz gewuchert. Ich genieße mittlerweile unsere Vielsamkeit und möchte eigentlich garnicht, dass dies ein Ende findet.

Nachdem wir am Ende des Fjordes angekommen waren, zumindest an dem Punkt, an dem kein Zeltplatz mehr folgte, ließen wir uns auf einer Insel nieder, die die vorige um weitere ca. 30° Rundblick übertraf. Nach dem Essen wurde bis spät in die Nacht am Lagerfeuer erzählt, Stockbrot aufgedunsen und Schwedenschach gespielt.

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